Eine Diagnose erhält man in der Regel von seinem Arzt oder Therapeuten.
Es gibt allerdings nicht DIE Diagnose für Opfer sexueller Gewalt. Die Probleme, die im Laufe des Lebens und der Verarbeitung
auftreten, sind genauso vielfältig wie die Menschen selbst. Jede/r reagiert anders.
Dennoch gibt es einige Diagnosen, die sich bei Überlebenden häufig finden, z.B. Depressionen (F32), dissoziative Störungen (F44.81) oder die Borderline Persönlichkeitsstörung (F60.3), sowie PTBS, die posttraumatische Belastungsstörung (F43.1). Wer seine Diagnose nachschlagen möchte kann das z.B. im ICD-10 (Kapitel F) tun.
Wichtig ist sich klarzumachen, dass eine Diagnose nicht bedeutet, dass man in einer Therapie darauf reduziert wird. Man besteht nicht nur aus „Depression“ oder „Borderline“. Gute Therapeuten arbeiten ganzheitlich, d.h. nicht nur an einer „Diagnose“, sondern in der kompletten Lebenswelt. Eine Diagnose dient oft auch dem Zweck, den Krankenkassen zu dokumentieren, warum sie die Therapie zahlen müssen und kann sich im Lauf der Therapie durchaus ändern.
Verfasserin: Nicki